Eine Studie mit dem Titel „The Cybernetic Teammate: A Field Experiment on Generative AI Reshaping Teamwork and Expertise“, veröffentlicht am 21. März 2025 auf SSRN, zeigt, wie generative Künstliche Intelligenz (KI) die Zusammenarbeit in Teams revolutioniert.
Forscher, darunter Fabrizio Dell’Acqua, Ethan Mollick und Karim R. Lakhani, führten ein umfassendes Feldexperiment mit 776 Fachkräften von Procter & Gamble durch, um die Auswirkungen von KI auf Teamarbeit, Expertise und Leistung zu untersuchen.
Die Ergebnisse werden die Arbeitswelt nachhaltig verändern
Im Experiment wurden Teams aus kommerziellen und technischen Experten gebildet, von denen die Hälfte Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen wie GPT-4 erhielt. Die andere Hälfte arbeitete ohne KI-Unterstützung. Ziel war es, die Effekte auf Leistung, Expertise-Austausch und soziale Dynamiken zu messen. Die Resultate sind beeindruckend: Teams mit KI-Unterstützung übertrafen ihre Kollegen ohne KI um 0,24 Standardabweichungen. Besonders bemerkenswert war der Effekt bei weniger erfahrenen Mitarbeitern, die durch KI-Unterstützung deutlich bessere Ergebnisse erzielten.
Ein zentraler Befund der Studie ist, dass KI nicht nur als Werkzeug fungiert, sondern wie ein Teammitglied agiert. Sie ermöglicht es, Expertise zu demokratisieren, indem sie technische und kommerzielle Perspektiven integriert und so Wissensbarrieren aufbricht. Ohne KI tendierten Fachkräfte dazu, sich auf ihre Spezialgebiete zu konzentrieren – mit KI hingegen entwickelten sie ausgewogenere Lösungen, unabhängig von ihrer Erfahrung. Dies deutet darauf hin, dass KI als „künstlicher Kollege“ Wissen verteilt und kreative Zusammenarbeit fördert.
Neben der Leistungssteigerung zeigte die Studie auch positive soziale Effekte. Teilnehmer berichteten von besseren emotionalen Erfahrungen, was darauf hindeutet, dass KI traditionelle soziale Rollen menschlicher Teams teilweise übernehmen kann. Dies wirft neue Fragen zur Gestaltung von Arbeitsstrukturen auf: Wie müssen Unternehmen Teams umorganisieren, um das Potenzial von KI voll auszuschöpfen?
Die Autoren betonen, dass die flächendeckende Einführung von KI traditionelle Arbeitsmodelle herausfordert. Organisationen sollten KI nicht nur als Automatisierungstool betrachten, sondern als Partner, der die Art und Weise, wie Teams funktionieren, grundlegend verändert.
Ohne KI nur eingeschränkt wettbewerbsfähig
Doch was bedeutet das für Unternehmen, die auf KI verzichten? Die Studie legt nahe, dass Firmen ohne KI-Nutzung zukünftig wettbewerbsfähig bleiben könnten, jedoch mit Einschränkungen. Während KI-unterstützte Teams schnellere, innovativere und kosteneffizientere Lösungen liefern, könnten traditionelle Unternehmen in Bereichen punkten, die menschliche Intuition oder persönliche Kundenbindung erfordern.
Dennoch wird der Druck steigen: Mit der Skalierung von KI in der Industrie könnten die Produktivitätsvorteile so groß werden, dass Nicht-Adopter ins Hintertreffen geraten.
Experten sehen hier eine klare Entwicklung: Branchen wie Technologie, Logistik oder Marketing, die auf Daten und Effizienz angewiesen sind, könnten ohne KI kaum mithalten. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, wo KI-gestützte Teams schneller Prototypen entwickeln. Unternehmen ohne KI müssten auf Nischenstrategien setzen oder riskieren, Marktanteile an agilere Konkurrenten zu verlieren. Die Studie empfiehlt daher, KI schrittweise zu integrieren, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.
Die Studie regt dazu an, Teamstrukturen, Trainingsprogramme und Karrierewege neu zu denken. In einer Welt, in der KI immer präsenter wird, wird sie nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Zukunft der Zusammenarbeit neu definieren.
Unternehmen stehen vor der Wahl: Anpassen oder abgehängt werden.
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